2026-06-08

Ausharren! – bis zum Kommen des Herrn

Die Hebräer gingen durch schwere Zeiten. Sie hatten sich aus dem Judentum zu Christus bekehrt - und genau deshalb wurden sie jetzt von ihren Landsleuten verfolgt und ausgeraubt.

Und es ist erstaunlich, wie sie am Anfang darauf reagiert haben. Wie sie damit umgegangen sind. Da heißt es: „Denn ihr habt sowohl den Gefangenen Teilnahme bewiesen als auch den Raub eurer Güter mit Freuden aufgenommen, da ihr wisst, dass ihr für euch selbst einen besseren und bleibenden Besitz habt“ (Heb 10,34).

Das muss man sich mal bildlich vorstellen. Diese Christen wurden von ihren Feinden bestohlen. Sie wurden beraubt. Ihnen wurde ihr Besitz weggenommen. Doch anstatt jetzt wütend zu werden, anstatt Bitterkeit aufkommen zu lassen, haben sie sich darüber gefreut, dass sie für Christus leiden durften. Das war echte geistliche Reife. Ein krasses Vorbild für uns.

Wie würden wir heute reagieren, wenn plötzlich unsere Nachbarn in unsere Wohnung einbrechen und uns Schaden zufügen, weil wir an Christus glauben? Ich hätte da wahrscheinlich leider ganz anders reagiert.

Doch dann kam ein weiteres Glaubenstest. Denn die Verfolgung war nicht ein kurzes Ereignis. Sie hat angedauert. Sie hat sich immer länger hingezogen. Und das war eine echte Prüfung für die Gläubigen. Denn irgendwann standen sie in der Gefahr, mutlos zu werden. Aufzugeben. Zu resignieren.

Und genau in diese Situation hinein wird ihnen gesagt: „Werft nun eure Zuversicht nicht weg, die eine große Belohnung hat. Denn ihr habt Ausharren nötig, damit ihr, nachdem ihr den Willen Gottes getan habt, die Verheißung davontragt.” (Heb 10,35.36)

Sie werden also ermutigt, nicht aufzugeben. Sie sollten sicher sein, dass eine große Belohnung auf sie wartet. Was sie jetzt brauchten war Ausharren. Das heißt: Drunter zu bleiben. Durchzuziehen. Weiterzumachen. Und ich glaube, dass es für Gott sehr wertvoll ist, wenn wir in schweren Zeiten ausharren. Wenn wir nicht aufgeben - weil wir Ihm vertrauen!

Das ist ein wichtiger Schlüssel für geistliches Wachstum. Denn gerade in Krisenzeiten machen wir oft besondere Erfahrungen mit Gott. Da lernen wir Ihn besser kennen. Und das stärkt den Glauben. Die Hoffnung. Die Zuversicht. Paulus erklärt das mal sehr schön in Römer 5.

Dann wird den Hebräern die Motivation gezeigt. Warum es sich lohnt, auszuharren. Mit welcher Erwartungshaltung wir durch schwere Zeiten gehen sollen. Und die lautet: “Denn noch eine ganz kleine Zeit, und „der Kommende wird kommen und nicht ausbleiben. Der Gerechte aber wird aus Glauben leben“ (Heb 10,37.38).

Die Hoffnung auf das Kommen des Herrn bewahrt uns davor, das Handtuch zu werfen. Die Erwartungshaltung, dass Jesus wirklich jederzeit wiederkommen kann, soll uns anspornen, weiterzumachen. Durchzuziehen. Treu zu bleiben. Sie hilft uns, zu wachen. Zu warten und bereit zu sein.

Ich glaube, deshalb sagt Jesus Christus auch im letzten Kapitel der Bibel dreimal: “Ich komme bald.” Er will, dass wir Ihn täglich erwarten. Weil Er genau weiß, dass das gesund ist für unser geistliches Leben.

J.P.S.


Vorheriger Artikel Nächster Artikel

Verwandte Artikel