2023-12-27

Die Höhen und Tiefen des Lebens – Gedanken zum Jahreswechsel (1)

„Und ich sprach: Mein Herr, was wird das Ende davon sein? Und er sprach: Geh hin, Daniel; denn die Worte sollen verschlossen und versiegelt sein bis zur Zeit des Endes. […] Du aber geh hin bis zum Ende; und du wirst ruhen und wirst auferstehen zu deinem Los am Ende der Tage.“ (Daniel 12,8.9.13)

Die Angst vor Veränderungen, die mit Besorgnis im Blick auf die Zukunft einhergeht, ist für viele Gläubige ein großes Hindernis. Wir begannen unsere Laufbahn als Christen, indem wir der Sündenfrage gegenüber standen, und dafür im Evangelium eine von Gott gegebene Lösung fanden.

Danach kam die Frage nach dem Selbst, und vielleicht haben wir auch darauf eine Antwort gefunden, so dass wir schon in gewissem Maße den Sieg über die Sünde kennen gelernt haben. Und doch bleibt die Frage der Umstände, und viele von uns sehen darin die größte Schwierigkeit.

Das Jahr 1915 [oder welches auch immer] liegt hinter uns. Es war geprägt von größeren und weiter reichenden Veränderungen, als irgendein Jahr, das diese Generation erlebt hat. Das Jahr 1916 bricht an und die Aussichten sind trübe. Noch zahlreichere und tiefere Veränderungen deuten sich an. Wie sollen wir ihnen begegnen? Wir wollen uns erinnern, dass Gott uns mit diesen Veränderungen durch eine Schule gehen lassen will, deren Nutzen uns eine Ewigkeit lang begleiten wird.

Veränderungen waren schon immer ein wesentlicher Teil der Schule Gottes. Die Biografien der Bibel geben davon ein klares Zeugnis, doch vielleicht keine von ihnen so bemerkenswert wie die von Daniel. Lasst uns seine Geschichte kurz betrachten.

Er begann sein Leben auf einer Höhe. Er war „sowohl von dem königlichen Samen als auch von den Vornehmen, … an welchen keinerlei Fehl wäre, und schön von Ansehen und unterwiesen in aller Weisheit und kenntnisreich und mit Einsicht begabt“ (Dan 1,3). Kurz gesagt, war er von königlicher Abstammung und sowohl körperlich als auch geistig für seine hohe Stellung geeignet.

Doch schon früh in seinem Leben traf ihn ein Schlag, der ihn in die Tiefe führte. Jerusalem unterlag der militärischen Macht Babylons. Zedekia, der letzte König, das Haupt des Hauses Davids, wurde entthront und Daniel wurde zwar vor dem allgemeinen Gemetzel verschont, kam aber in fremdem Land in Gefangenschaft.

Murrte er? Sagte er sich: „Alles ist aus”, und gab sich einem Leben hin, das nach soviel Bequemlichkeit und Vergnügen verlangte, wie es unter diesen Umständen möglich war? Überhaupt nicht. Im Gegenteil. Gerade dann nahm er sich in Gottesfurcht unwiderruflich in seinem Herzen vor, „sich nicht … zu verunreinigen”, auch nicht durch die kleinste Verbindung mit dem Götzendienst, womit eben jene Atmosphäre von Babylon durchsetzt war, kostete es, was es wollte. Moralisch und geistlich war er in der Tiefe größer als auf der Höhe.

F.B.H.


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