2023-07-21

Kennzeichen wahrer Gebete

„Du aber, wenn du betest, so geh in deine Kammer, und nachdem du deine Tür geschlossen hast, bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist, und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird es dir vergelten.“ (Matthäus 6,6)

Schon oft habe ich euch gesagt, welche Kennzeichen und Eigenarten ein wahres Gebet hat, sodass ich mich jetzt kurz fasse:

Als Erstes treibt uns Gottes Gebot dazu. Er hat uns ernstlich befohlen zu beten.

Danach hat Er uns Seine Verheißung gegeben, worin Er uns zugesagt hat, dass Er uns erhört.

Zum Dritten sollen wir, nachdem wir auf unser Elend und unsere bedrängenden Nöte geschaut haben, alle unsere Beschwernisse immer wieder frisch vor Gott bringen und sie auf Seinen Befehl hin vor Ihm ausschütten.

Viertens sollen wir auf Gottes Wort und Verheißung hin im rechten Glauben beten — gewiss und ohne zu zweifeln, dass Er uns erhören und helfen will.

Und das alles im Namen Christi, durch welchen unsere Gebete dem Vater angenehm sind; und um seinetwillen gibt uns Gott alle Gnade und alles Gute.

Das alles zeigt uns Christus hier mit dem kurzen Wort an: „Bete zu deinem Vater im Verborgenen; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten öffentlich.“ Denn das bedeutet, dass unser Gebet zu Gott in dem Glauben geschehen muss, dass er ein gnädiger, freundlicher Vater ist und kein Tyrann oder zorniger Richter. Das kann aber niemand tun, wenn er nicht das Wort Gottes hat, in dem Gott verlangt, dass wir Ihn Vater nennen.

Und jeder muss Ihn in herzlicher Zuversicht bitten. Als ein Vater hat Er uns versprochen, uns zu erhören und uns zu helfen. Gott will auch, dass wir einen solchen Glauben im Herzen haben, der Gott fröhlich seinen Vater nennt, und dieser Vater erhört gewiss ein solches Gebet. Dieser Glaube verlässt sich darauf und rechnet auch mit Gottes Hilfe.

Unbekannt


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