Schwache Gefäße in Gottes Hand
Gott hat das Schwache der Welt auserwählt, damit sich vor Ihm kein Fleisch rühme. Das sieht man besonders in der Geschichte der Richter. Viele der Männer und Frauen, die Gott zur Rettung seines Volkes gebrauchte, waren schwach oder verachtet.
Othniel war ein jüngerer Bruder im Schatten von Kaleb. Ehud war Linkshänder. Schamgar hatte nur einen Rinderstachel. Debora war eine Frau. Barak war feige. Gideon war geringer Herkunft. Jephta war in Hurerei geboren. Simson hatte eine große Schwäche für Frauen.
Gerade bei Gideon macht Gott deutlich, dass Er allein die Ehre haben will. Israel steht einer riesigen feindlichen Armee gegenüber. Gideon hat 32.000 Kämpfer. Doch Gott reduziert die Zahl auf 300 Mann. Warum? Er gibt selbst die Antwort: „Damit Israel sich nicht gegen mich rühme und spreche: Meine Hand hat mich gerettet!“ (Rich 7,2).
Wieder dasselbe Prinzip: Je schwächer das Werkzeug, desto mehr Ehre bekommt der, der es gebraucht.
Die 300 Männer sollen Posaunen nehmen und leere Krüge mit brennenden Fackeln darin. Auf Gideons Ruf zertrümmern sie die Krüge und stoßen in die Posaunen. Genau dadurch schenkt Gott den Sieg.
Dazu passt ein bemerkenswerter Abschnitt im Neuen Testament. Paulus schreibt in 2. Korinther 4,7: „Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die Überfülle der Kraft sei Gottes und nicht aus uns.“
Das bedeutet: Gott hat uns die Augen für einen wunderbaren Schatz geöffnet - die Herrlichkeit von Jesus Christus. Diesen Schatz tragen wir noch in schwachen Gefäßen, in einem zerbrechlichen Körper. Und gerade dadurch will Gott sich verherrlichen.
Wie geschieht das? Wenn Christus an uns sichtbar wird. Wenn in unserem Leben etwas von Seinem Wesen aufleuchtet.
Oft bewirkt Gott genau das in Leidenszeiten. Wenn - bildlich gesprochen - das Gefäß zertrümmert wird, damit die Fackel für andere leuchten kann.
Ein starkes Beispiel ist Stephanus. Als er vom jüdischen Gericht gesteinigt wird, strahlt das Leben Jesu besonders hell. Denn Er betet für seine Feinde und sagt: „Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht zu.“ (Apg 7,60).
Deshalb: Fasse Mut! Gerade zerbrochene Gefäße lässt Gott am hellsten leuchten.
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