2010-10-27

Gottes Gedanken sind höher als unsere

"Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR. Denn so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken." Jesaja 55,8-9

Eine Arbeit aufgeben ohne eine neue Stelle zu haben, das haben alle meine Verwandten als "naiv" angesehen. Die Entscheidung hatte ich vor dem Thron Gottes getroffen und Ruhe darüber gehabt. Ich sah überhaupt keine Notwendigkeit eine Bewerbung zu schreiben, weil ich an einen allmächtigen Gott glaube, der alles in der Hand hat und lenkt.

Wir sehen manchmal, wie Menschen hunderte Bewerbungen schreiben und doch keine Zusage bekommen. Ich weiss, dass meine Entscheidung für meine Mitmenschen sehr unüberlegt und naiv aussah, aber ich kann euch diesen inneren Frieden nicht in Worten beschreiben, den ich in dieser Situation empfand. Genau diesen Schritt zu tun, ohne eine Sicherheit zu haben, dass ich einen neue Anstellung bekomme.

Es vergingen 2 Monate und ich hatte keine einzige Bewerbung geschrieben und auch keine neue Arbeitsstelle erhalten. So kamen für einen Moment Gedanken in mir hoch "die anderen werden vielleicht Recht gehabt haben, dass ich meine Verstand einschalten und die Sache in die Hand nehmen soll". Aber jedes Mal, wenn ich mich dran machte eine Bewerbung zu verfassen, war mein Kopf wie leer und ich wusste überhaupt nicht, was ich schreiben soll.

So vergingen weitere Wochen. Ich beschäftigte mich viel mit der Bibel und betete für diese Angelegenheit. Die innere Ruhe wich nicht und war beständig da, als würde Gott sagen: "Hab keine Angst, vertraue dass ich schon jetzt für dich den richtigen Platz vorbereite". Ich war ruhig, nur meine Mitmenschen waren unruhig. Das ist, denke ich, oft so, wenn wir im Vertrauen etwas tun, das dem menschlichen Verstand widerspricht.


Ein Telefonanruf kam. Eine Frau wollte wissen, wo ich jetzt angestellt bin. Ich verneinte und sagte ihr, dass ich gerade bete und auf Gottes Weg für mich warte. Sie war auch Christin und erzählte, dass sie seit Wochen schon im Gebet sei, sich aber nicht traute mich anzurufen - sie möchte mir einen Vorschlag machen, der aber vom Verstand her total sinnlos ist. Ich bat sie, es mit trotzdem zu erzählen.


Sie sagte sie habe den Eindruck, dass ich bei ihrem Sohn arbeiten soll, obwohl überhaupt keine Stelle ausgeschrieben ist. Die Arbeit beinhalte auch Aufgaben, die ich überhaupt nicht erfüllen kann und sie wisse vom Verstand her auch nicht wie es funktionieren soll. Aber sie habe mich im Gebet vorgebracht und immer wieder den Drang gehabt, mir das zu erzählen.


So vergingen noch 2 weitere Wochen und ich betete über diese Neuigkeit. War es Gottes Wille, dass ich mich in diesem Unternehmen vorstelle?

Die Ruhe darüber kehrte ein und ich nahm das Angebot an, mich beim Unternehmen ihres Sohnes vorzustellen. Ohne eine Bewerbung oder Lebenslauf und ohne fachliche Kenntnisse in dem Bereich dieses Unternehmens bekam ich eine unbefristete Anstellung. Hierdurch durfte ich wieder einmal Gottes Grösse sehen und wie treu Er ist, wenn wir in kindlichem Vertrauen zu Ihm kommen.

Es gab zwischendurch Anfechtungen und Gedanken, dass ich doch den normalen Weg, wie jeder andere auch gehen, und Bewerbungen schreiben soll. Aber die innere Ruhe über den Umstand war stärker, so dass ich den Weg im Vertrauen auf den allmächtigen Herrn wählte. Ich möchte hiermit niemanden auffordern, diese Handlung nachzumachen. Ich denke, dass es nur Gottes Kraft war, die mich bewegt hatte diesen Weg zu wählen.

Aus mir selbst heraus wäre ich bestimmt genau den gleichen Weg gegangen, wie jeder andere auch (und was ich auch richtig finde): Bewerbung und Lebenslauf zu schreiben um eine Stelle zu bekommen. Schliesslich hat das auch unser allmächtiger Gott so zugelassen, dass diese Vorgehensweise in allen Betrieben die normale ist. Aber es gibt Wege, die Gott uns führt, um sich zu verherrlichen und uns zu zeigen, dass er für uns sorgt und IHM nichts unmöglich ist.


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