2019-01-04

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm

„Und es entstand eine Hungersnot im Land, außer der früheren Hungersnot, die in den Tagen Abrahams gewesen war. Und Isaak zog zu Abimelech, dem König der Philister, nach Gerar.“ (1. Mose 26,1)

Die Geschichte wiederholt sich

Manchmal hat man den Eindruck, dass sich die Geschichte - auch im Volk Gottes - wiederholt. In 1. Mose 12 hatte Abraham Gottes Ruf gehört und war gehorsam und voller Vertrauen aus Ur in Chaldäa ausgezogen, um schlussendlich nach Kanaan zu kommen. Dort angekommen, wird sein Glaube von Gott auf die Probe gestellt. Eine Hungersnot lässt ihn ins Überlegen kommen, was zu tun ist. Er verlässt das verheißene Land und zieht immer weiter Richtung Süden, bis er schließlich nach Ägypten kommt. Ägypten ist ein Bild der Welt, die von Satan, dem Widersacher Gottes, regiert und in der Knechtschaft der Sünde gehalten wird.

Dort angekommen beginnt die traurigste Lektion im Leben Abrahams. Er verleugnet seine Frau vor dem König Ägyptens und bringt großen Reichtum mit zurück in das Land Kanaan, der hinterher Auslöser für einen Streit zwischen seinen Hirten und den Hirten Lots wird.

Auch im Leben Isaaks wird der Glaube durch eine Hungersnot auf die Probe gestellt und wieder stellt sich die Frage wie Isaak wohl reagieren wird? Er macht sich auch auf in Richtung Süden, aber zieht nicht bis nach Ägypten hinab, sondern sucht im Gebiet der Philister, in Gerar, Hilfe in der Zeit der Hungersnot.

Wenn Isaak auch nicht nach Ägypten hinabgezogen ist, wiederholt sich in seinem Leben doch der Fehler seines Vaters Abraham, der in 1. Mose 20,1ff auch nach Gerar gezogen war, um bei dem Philisterkönig Abimelech Hilfe zu suchen.

Die Philister („Wanderer“) stammten vom Ham ab und waren aus der Gegend von Ägypten in den südwestlichen Teil des Landes Kanaans eingewandert (1.Mo 10,6.13.14), um sich dort anzusiedeln. Sie waren nicht wie das Volk Israel durch das Rote Meer und den Jordan gezogen. Sie waren kein erlöstes Volk! (2.Mo 15) Im neutestamentlichen Sinne sprechen sie von solchen Menschen, die ein christliches Bekenntnis oder „eine Form der Gottseligkeit haben, der Kraft aber verleugnen“ (2. Tim 3,5). Das Gebiet der Philister steht somit sinnbildlich für die Namenschristenheit, die jedoch kein wirkliches Leben aus Gott hat.

Gott prüft unser Glaubensvertrauen immer wieder und kommt bei Seinen Kindern auch ganz gewiss zu dem Ziel, was Er erreichen möchte. Von daher können wir auch nie erfolgreich vor den Glaubensprüfungen weglaufen. Gott, der Herr, möchte unseren Glauben immer mehr zur Reife bringen. Er will, dass wir wachsen und das Beste in uns hervorbringen. Der Teufel hingegen versucht uns zur Sünde und will das Schlechte in uns hervorbringen, damit Gott keine Ehre bekommt und wir im Glauben verzweifeln (vgl. Jak 1).

Hungersnot

Wie reagieren wir, wenn sich in unserem Leben eine Hungersnot breitmacht? Vielleicht beten wir und Gott erhört unsere Gebete nicht mehr? Vielleicht erleben wir eine geistliche Dürre? Unsere Begebenheit zeigt uns nicht detailliert, was der Grund für die Hungersnot war, doch Gottes Wort stellt uns noch viele andere Hungersnöte vor und zeigt uns auch die Ursachen als auch die Reaktionen darauf. Kann es sein, dass Sünde in unserem Leben Gottes segnende Hand zurückhält? (vgl. 2. Sam 21) Oder sitzt der Herr Jesus nicht mehr auf dem Thron unseres Herzens und wir sind in gewisser Weise Götzendiener geworden? (Vgl. 1. Kö 18) Es kann auch eine Hungersnot in der Gemeinde / Versammlung geben - in Ruth 1 wird uns nämlich beschrieben, dass es eine Hungersnot in Bethlehem, dem „Brothaus“ gab.

Ein schlechtes Vorbild

Wir stellen uns auch die Frage, was wir als Väter an unsere Kinder weitergeben. Was lernen Sie von uns, was sehen sie in unserem Glaubensleben? Sind wir Vorbilder für unsere Kinder, oder sehen unsere Kinder auch viel Versagen und Sünden, die sich dann womöglich in dem Leben unserer Kinder fortpflanzen? Wie schön wäre es für unsere Kinder und Nachkommen, wenn sie ein Leben auf der Höhe des Glaubens beobachten könnten.

Kaleb war ein Vater, der dem HERRN sein Leben lang nachgefolgt (4.Mo 14,24) ist und dessen Kinder das auch in seinem tagtäglichen Leben beobachten konnten. Seine Tochter Aksa erlebte das positive Vorbild seines Vaters, indem er ihr Wasserquellen gab (Ri 1,15). Er gab ihr das Wort Gottes weiter, indem er es vorlebte.

C.A.


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