2018-04-25

Eine Bitte um Freimütigkeit im Reden

„Fürchte dich nicht, sondern rede, und schweige nicht!“ (Apg 18,9)

Noch einmal bedroht, kehren Petrus und Johannes zu ihren Mitchristen zurück. Wie würden sie jetzt reagieren? Resigniert aufgeben? In Deckung gegen? Doch nachdem sie berichtet hatten, was geschehen war, treten sie gemeinsam vor Gott im Gebet. Und um was beten sie? Um Rache? Vergeltung? Gericht? Schutz für sich?

„Und nun, Herr, sieh an ihre Drohungen und gib deinen Knechten, dein Wort zu reden mit aller Freimütigkeit“ (Apg 4,29).

Ja, die Drohungen waren nicht an ihnen vorübergegangen. Sie waren vollkommen realistisch. Hier wurde auch nichts schöngeredet. Aber ihre Gottesfurcht war größer als ihre Menschenfurcht! Sie bringen die Drohungen vor Gott und beten dann, dass da nichts sei, dass sie zurückhält, dem Befehl, den sie von ihrem Herrn erhalten hatten, gehorsam zu sein. Möge Satan ihnen drohen, sie würden kühn, mutig und frei heraus, in dem Bewusstsein, dass Gott für sie ist, seinem Gebot gehorsam bleiben. Interessanterweise lesen wir eben nichts davon, dass sie um Schutz bitten. War ihnen das egal? Selbstverständlich? Es scheint, dass es ihnen nicht darauf ankam. Gehorsam zu sein, das war die Devise! 

Gott, in seiner Gnade, erhört dieses Gebet auf eindrückliche Weise. Er tat es damals; er tut es auch heute noch, wenn wir ihn bitten. Sicherlich werden die ersten Tage der Christenheit, was die Zeichen und Wunder angeht, nicht wieder zurückkehren. Aber lasst uns keinen Augenblick daran zweifeln, dass Gott immer noch derselbe ist (Heb 13,8; Jak 1,17) und, dass der Heilige Geist auch heute noch in gleicher Weise in uns wirken möchte, indem er uns Freimütigkeit schenkt das Wort Gottes zu reden und Kraft in unsere Worte legt. 

Gottes Wort fordert uns auf:

„Predige das Wort, halte darauf zu gelegener und ungelegener Zeit“ (2. Tim 4,2).

Wir wollen dabei beachten, dass die Situation der verfolgten Christen eine andere ist als die unsrige. Das bedeutet, dass die Art und Weise des Predigens des Wortes Gottes bei ihnen eine andere sein wird als bei uns. Sie fürchten sich nicht, trotz allen Drohungen, und reden und schweigen nicht – durch Mittel und Wege, die ihnen zur Verfügung stehen. Schauen wir auf unsere Situation in unseren westlichen Ländern, so ist es eindeutig, dass wir eine unvergleichliche Freiheit besitzen. Wir stehen ja sogar unter dem Schutz des Grundgesetzes und können uns auf Artikel berufen, die uns das Recht geben, frei unsere Religion auszuüben und frei unsere „Meinung“ kundzutun. Daher wollen wir auch die Worte eines Christen, der auf Grund seines Glaubens verfolgt, verhaftet und gefoltert wurde ganz besonders heute zu Herzen nehmen:

„Gib nie in der Freiheit das auf, was wir in der schlimmsten Verfolgung nicht aufgegeben haben!“

F.W.


Artikelreihe: Rede, und schweige nicht!

"Es ist unmöglich ... nicht zu reden." "Jesus ist das Wert"

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