2024-04-16

Hast du mich lieb?

„Simon, Sohn Jonas, liebst du mich?“ (Johannes 21,16)

Petrus war ein fleißiger Jünger. Wie spontan rief er, als er auf dem galiläischen Meer war: „Herr, bist du es, so heiße mich zu dir auf das Wasser kommen!“ Welcher Mut! Welcher Glaube! Welch ein Eifer!

Auch bei der Begebenheit, die dieser Frage des Herrn vorausgeht, kann Petrus in seinem Eifer nicht warten, bis das Boot ans Ufer stößt, sondern umgürtet sich und wirft sich ins Meer, um zu dem Meister zu kommen, den er liebt. Und doch stellt der Herr, der diesen Eifer sieht, die herausfordernde Frage: „Hast du mich lieb?“

Ja, junger Mann, du nimmst es mit deiner Sonntagschule ernst, du hast die Bekehrung der Kinder gesucht, spornst andere an und gibst jeder Bewegung, an der du teilnimmst, mehr Leben. Dennoch ist es nötig zu fragen, ob du in Wirklichkeit den Herrn liebst oder nicht.

Vielleicht, mein lieber Bruder, stehst du an den Straßenecken den Menschen gegenüber, und es ist dir eine Freude, von deinem Herrn zu reden, ob die Menschen darüber spotten oder nicht; und doch, bist du überzeugt, dass du den Herrn Jesus liebst?

Meine Schwester, du besuchst die Armen und sorgst für die Schwachen, du strengst dich an, der Jugend Gutes zu tun und bist in allen Dingen, die des Herrn Sache betreffen, voll Wärme. Wir freuen uns über dich und hoffen, dass dein Eifer nicht abkühlt.

Dennoch muss ich dir die Frage vorlegen: „Hast du den Herrn Jesus lieb?“ Es gibt einen Eifer, der sich von der Rücksicht auf die Meinungen anderer nährt und durch den Wunsch erhalten wird, für ernst und nützlich angesehen zu werden.

Es gibt einen Eifer, der mehr von der Wärme der Natur als von dem heiligen Feuer der Gnade herrührt. Dieser Eifer hat viele fähig gemacht, große Dinge zu tun. Und doch, wenn sie alles getan haben, sind sie nur ein tönendes Erz und eine schallende Zimbel gewesen, weil sie den Herrn nicht liebten.

C.H.S.


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