Wenn Gott uns bricht, um uns zu segnen
Manchmal führt Gott uns in Situationen, in denen wir selbst nichts mehr tun können. Wo alle eigenen Möglichkeiten enden. Wo der Herr prüft, ob wir nur mit natürlichen Mitteln rechnen - oder ob wir darauf vertrauen, dass der allmächtige Gott Seine Zusagen erfüllen wird.
Oft stehen wir vor derselben Frage: Wollen wir mit eigenem Taktieren und eigener Kraft unsere Ziele erreichen? Oder sind wir bereit, das Ruder aus der Hand zu legen und Gott führen zu lassen?
Genau das war das große Problem von Jakob. Er stützte sich auf seine Fähigkeiten. Auf seine Klugheit. Er versuchte, aus eigener Kraft den Segen Gottes zu erlangen. Darum musste der HERR eine ganze Nacht mit ihm ringen.
Weil Jakob so hartnäckig war, renkte der HERR ihm schließlich das Hüftgelenk aus. Er sollte seine Schwachheit spüren. Seine Hilflosigkeit erkennen.
Dann kommt der große Test. Der HERR sagt: “Lass mich los.”
Mit anderen Worten: Wenn du meinst, ohne mich leben zu können, dann geh deinen Weg allein. Doch Jakob begreift nun, wie sehr er auf den HERRN angewiesen ist.
Darum ruft er: “Ich lasse dich nicht los, es sei denn du segnest mich.” (1. Mo 32,27)
Das Bewusstsein seiner Schwachheit treibt ihn nicht von Gott weg, sondern in Seine Arme. Er klammert sich an den HERRN. Und genau das ist der Weg des Segens. Gott segnet ihn und gibt ihm den Namen Israel. Das bedeutet: Kämpfer Gottes.
Kämpfer Gottes sind nicht die Starken. Nicht die Selbstsicheren. Es sind Menschen, die ihre Schwachheit kennen und sich darum mit ganzem Herzen an den Herrn klammern.
Hudson Taylor sagte: „Alle Helden Gottes waren schwache Menschen, die große Dinge für Gott getan haben, weil sie sich darauf verlassen haben, dass Gott mit ihnen war.“
Als Jakob im hohen Alter nach Ägypten kommt, ist er blind. Doch gerade als blinder alter Mann hat er Einsicht in die Gedanken Gottes. Darum segnet er die Söhne Josephs mit gekreuzten Händen und gibt dem Jüngeren den Erstgeburtssegen.
Jemand sagte treffend: „Jakob ist niemals so gut gewandelt, wie von der Zeit an, als sein Hüftgelenk verrenkt war, und Jakob hat nie so gut gesehen wie zu der Zeit, als er blind war." Gottes Kraft wirkte in seiner Schwachheit.
Am Ende seines Lebens segnet Jakob - dieser schwache Mann - den Pharao von Ägypten, den mächtigsten Mann der Erde. Hebräer 7 sagt, dass das Geringere von dem Besseren gesegnet wird.
Darum fürchte dich nicht vor Zerbruch und Schwachheit. Oft nimmt Gott uns erst alles Eigene aus der Hand, damit Er uns mit Seiner Kraft füllen und durch unser Leben Großes tun kann.
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