2019-01-07

Christus erleben

„Jesus aber, der an sich selbst bemerkt hatte, dass eine Kraft von ihm ausgegangen war, wandte sich alsbald unter dem Volke um und sprach: Wer hat meine Kleider angerührt?“ (Markus 5,30)

Ich wünsche, dass jeder von euch, der die Macht Christi erfahren hat, von dieser Tatsache Zeugnis ablegt. Ihr steht auf Christi Seite aber ihr tragt seine Uniform noch nicht und bekennt euch noch nicht zu seiner Sache. Ihr bekennt ihn noch nicht, obgleich er verheißen hat, dass er die, welche es tun, auch vor dem himmlischen Vater bekennen wird. Wir lieben alle zu sehr die Bequemlichkeit, und deshalb kommt es vor, dass viele Kraft zum Guten unbenutzt bleibt.

Wer begehrt an der Spitze des Heeres zu kämpfen? Nur ein mutiger, tapferer Mann, dessen Herz Gott angerührt hat. Ein solcher tritt hervor und bleibt die Zielscheibe des Widerstandes, obgleich die Vorsicht ihm den Rat gibt, sich vor Schaden zu hüten. Oh, meine lieben Freunde, wenn ihr Jesum Christum, meinen Meister, liebt, so fordere ich euch auf, euch seiner auch nicht zu schämen.

Das Berühren Christi, das uns Kraft verleiht, kann von unseren Mitmenschen nicht bemerkt werden. Diese Tat geschieht im Verborgenen und ist dem Betreffenden oft selbst ein Geheimnis. Er wagt es kaum zu denken, dass er so mutig gewesen ist. Die arme Frau zittert, weil sie weiß, dass sie geheilt ist. Aber sie fürchtet sich, an das zu denken, was sie getan hatte.

Ich habe viele Seelen gekannt, die an Christus glauben und doch das Gefühl haben, es sei Vermessenheit, es zu tun. Einem wahrhaft demütigen Gewissen erscheint die Vergebung als eine zu große Gnade, so dass sich diese Menschen kaum berechtigt fühlen zu glauben, der Herr habe ihre Sünden wirklich hinweggetan.

Raube dem Herrn durch deine Furcht nicht die Ehre. Du musst deinen Glauben bekennen, denn der Herr liebt es, dass diejenigen, die er heilt, davon Zeugnis ablegen. Darum drehte er sich um und fragte: „Wer hat meine Kleider angerührt?” Er freut sich über das zarte Bekenntnis, das von Tränen begleitet wird. Er liebt es, das Blöken der Schafe zu hören, die er auf seinen Schultern zur Herde zurückgetragen hat. Er hat es gern, wenn diejenigen viel lieben, denen viel vergeben ist. Schweige daher nicht!

C.H.S.

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