2018-05-23

Die Fußstapfen des Herrn Jesus

„Christus hat für euch gelitten, euch ein Beispiel hinterlassend, damit ihr seinen Fußstapfen nachfolgt; der keine Sünde tat, noch wurde Trug in seinem Mund gefunden, der, gescholten, nicht wiederschalt, leidend, nicht drohte, sondern sich dem übergab, der gerecht richtet“ (1. Petrus 2,21-23).

Christus hat auf seinem Leidensweg durch diese Welt Fußspuren hinterlassen, denen wir nachfolgen sollen. In den angeführten Versen zeigt der Apostel Petrus fünf dieser Fußstapfen. Die ersten vier zeigen, was beim Herrn Jesus nicht gefunden wurde, der fünfte aber, was bei ihm wohl gefunden wurde.

Er tat keine Sünde

Das ist der erste Fußstapfen, den Petrus vorstellt: Der Herr Jesus war vollkommen in allen seinen Taten. In jeder Situation war sein Werk ohne eine Spur von Sünde.

Das ist der vollkommene Maßstab. Der Apostel Petrus mahnt uns, dass wir uns von dem Bösen abwenden und Gutes tun sollen (1. Petrus 3,11). Für Christen gilt, dass sie dem Willen Gottes leben, da ihnen die vergangene Zeit genug ist, den Willen der Nationen vollbracht zu haben (1. Petrus 4,2-3).

In seinem Mund war kein Trug

Der Herr Jesus sündigte auch nicht in seinen Worten. Seine Worte waren frei von Falschheit und List. Das hob ihn sehr von den Menschen ab, die so oft durch ihr Reden andere täuschen wollen.

1. Petrus 3,10 macht deutlich, wie es um unsere Worte bestellt sein soll: „Wer das Leben lieben und gute Tage sehen will, der halte seine Zunge vom Bösen zurück und seine Lippen, dass sie nicht Trug reden.“

Gescholten schalt Er nicht wieder

Die Worte des Herrn Jesus blieben sogar dann vollkommen, als er gescholten wurde. Er, der Geschmähte, antwortete nicht mit Schmähung.

Zu diesem Fußstapfen unseres Meisters finden wir ebenfalls eine konkrete Ermahnung des Apostels Petrus: Wir sollen nicht Scheltwort mit Scheltwort vergelten; unsere Aufgabe besteht vielmehr darin, zu segnen (1. Petrus 3,9).

Leidend drohte Er nicht

Durch böse Worte verletzt zu werden, ist schlimm, körperlich zu leiden, noch schlimmer. Als dem Herrn Jesus Schmerzen zugefügt wurden, verhielt er sich dennoch absolut vorbildlich. In den Leiden drohte er nicht. „Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtung geführt wird“ (Jesaja 53,7).

Was ist, wenn Christen das Feuer der Verfolgung erreicht, wenn sie der Leiden des Christus teilhaftig werden? Dann sollen sie nicht im Zorn den Peinigern drohen, sondern sich freuen, das Los ihres Herrn teilen zu dürfen, und die Gelegenheit nutzen, Seinen Namen zu verherrlichen (vgl. 1. Petrus 4,12.13.16).

Er übergab sich dem, der gerecht richtet

Der fünfte Fußstapfen zeigt nun, im Gegensatz zu den vorherigen, nicht das, was andere wahrnehmen konnten, sondern die innere Haltung Christi. Menschen mögen sich in Leiden äußerlich tadellos verhalten, aber doch ein Herz voller Groll haben. Beim Herrn Jesus war das anders. Er überließ alles dem gerechten Richter, als ungerechte Menschen über ihn zu Gericht saßen.

Auch wir Christen sollen uns Gott übergeben, indem wir unsere Hoffnung auf Ihn setzen, zu Ihm flehen, Ihm unsere Seelen anbefehlen und die Sorgen auf ihn werfen (1. Petrus 3,5; 3,12; 4,19; 5,7). Wenn wir das tun, bleiben wir ruhig, auch wenn wir leiden müssen.

Es kann kaum etwas Schöneres geben als sich mit den Fußspuren des Herrn Jesus zu beschäftigen. Versäumen wir es aber nicht, auch täglich in diese Fußstapfen zu treten. Das ist unsere Berufung!

 

G.Se.


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