2021-03-09

Das Evangelium da verkündigen, wo es noch nicht bekannt ist

„… wobei wir uns nicht ins Maßlose rühmen in fremden Arbeiten, aber Hoffnung haben, wenn euer Glaube wächst, unter euch vergrößert zu werden nach unserem Wirkungskreis, um noch überströmender das Evangelium weiter über euch hinaus zu verkündigen, ohne uns in fremdem Wirkungskreis dessen zu rühmen, was schon bereit ist.“ (2. Kor 10,15.16)

In welcher Art und Weise sind wir bereit, das Evangelium über unseren bisherigen Wirkungskreis hinaus zu verkündigen? Die Frage ist berechtigt und wir sollten sie uns zu unserem eigenen Nutzen stellen. Ich bin überzeugt, dass ein Christ, der keinen „Geist der Evangelisation“ verbreitet, ein bedauernswerter Christ ist, ebenso wie sich eine Versammlung, die dem Evangelium gegenüber gleichgültig ist, in einem toten Zustand befindet. Eines der authentischsten Merkmale geistlichen Wachstums und eines guten inneren Zustandes - sei es persönlich oder in einer Versammlung - ist, dass uns die Bekehrung von ungläubigen Menschen am Herzen liegt. Es fällt schwer anzunehmen, dass ein Christ, in dem das Wort des Christus reichlich wohnt, keine Anstrengungen unternimmt, dieses Wort Sündern zu bezeugen.

Man kann sich die Frage stellen, ob viele Diener des Christus nicht den Fehler gemacht haben, zu lange am gleichen Ort geblieben zu sein. Sie haben sich einer gewissen Routine hingegeben und in vielen Fällen sind sie deshalb ebenso gelähmt wie ihre Zuhörer. Ich spreche hier nicht von dem Dienst des Hirten, des Ältesten oder des Lehrers, der in der Mitte derer getan wird, die bereits dem Evangelium geglaubt haben. Ich beziehe mich vielmehr auf den Evangelisten, der sich kaum erlauben kann, immer nur an einem Ort zu bleiben. Sein Wirkungsfeld ist die Welt. Sein Motto lautet zu denen zu gehen, die das Evangelium nicht kennen. Sein Ziel ist es, Menschen zu sammeln, die Gott beruft. Seine Verhaltensregel ist die Abhängigkeit vom Heiligen Geist. Indem Paulus die Fortschritte der Korinther sah, denen er das Evangelium verkündigt hatte, hoffte er nun, das Evangelium „weiter über euch hinaus zu verkündigen“.

Schließlich wünschte ich, dass jeder Leser, sei er Evangelist oder nicht, ernsthaft im Gebet darüber nachdenkt, welchen Fortschritt er darin macht, das Evangelium des Christus zu verbreiten. Wir können es uns nicht erlauben, inaktiv zu bleiben. Die Zeit drängt! Die Ewigkeit kommt schnell. Der Meister ist unendlich würdig. Menschen sind unendlich wertvoll. Die Zeit der Arbeit wird bald zu einem Ende kommen. Und wenn wir das getan haben, was wir tun konnten, können wir in benachbarte Gegenden gehen und das Evangelium denen bringen, die es bisher nicht gehört haben - selbst in weiter entfernte Regionen.

C.H.M.


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