Der Weg aus der Gesetzlichkeit
„Der Gerechte wird aus Glauben leben.“ (Gal 3,11)
Die Galater hatten einen guten Start. Sie hatten Christus im Glauben angenommen und auf die Gnade Gottes vertraut. Aber dann kamen Leute, die gelehrt haben, dass man neben dem Glauben an Christus auch das Gesetz noch halten müsste, um das Ziel wirklich zu erreichen. Das waren Leute, die gesetzliches Denken eingeführt haben - und das ist brandgefährlich.
Gesetzlichkeit ist eine innere Ausrichtung. Man versucht seine Beziehung zu Gott durch Leistung, durch Kontrolle und durch geistliche Selbstoptimierung zu sichern. Denn gesetzliches Denken bedeutet, dass ich meine Annahme bei Gott von meiner Leistung abhängig mache. Dann denke ich: Gott ist gegen mich, wenn ich versage. Und Gott ist für mich, wenn ich etwas leiste.
Daraus entsteht dann die Angst, Gott zu enttäuschen. Man verfällt in ein Leistungsdenken. Und dadurch fängt man irgendwann an, sich mit anderen zu vergleichen. Und dann wird man entweder geistlich stolz wenn’s gut läuft oder man resigniert, wenn man versagt.
Und das ist grundverkehrt. Denn Gott ist nicht gegen mich, wenn ich versage und Gott ist nicht für mich, weil ich etwas Gutes tue. Gott ist für mich wegen Christus - und nur wegen Ihm. Weil ich in Christus bin - und dort bin ich angenommen, angenehm gemacht und unendlich geliebt.
Das Gesetz sagt: „Wer diese Dinge tut, der wird leben.“ Aber die Gnade sagt: „Du bist auserwählt, geheiligt und geliebt. Jetzt lebe das neue Leben, das Gott dir gegeben hat.“
Das heißt: Wir sollen uns nicht durch das definieren, was wir leisten. Sondern wir sollen unsere Identität in dem erkennen, was Gott Seiner Gnade aus uns gemacht hat. Das ist ein radikaler Perspektivwechsel. Eine ganz neue Sichtweise, die in die christliche Freiheit führt!
Aber auch das müssen wir wieder im Glauben erfassen. Wir müssen das im Glauben für uns persönlich in Anspruch nehmen. Und deshalb kommt auch das Zitat aus Habakuk 2 in Galater 3,11: „der Gerechte wird aus Glauben leben.“
Das macht folgendes deutlich: Das Gesetz ist also nicht das Mittel für unsere Rechtfertigung; und es ist auch nicht die Lebensregel für Christen. Denn unsere Lebensregel ist Christus. Er ist unser Vorbild. Unser Maßstab. Und wir sollen aus der Gnade leben und darauf vertrauen, dass uns der Heilige Geist die Kraft gibt, auch wirklich für Gott zu leben - und Christus in uns leben zu lassen.
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