2018-12-05

Geistlich oder seelisch?

 „... zur Scheidung von Seele und Geist.“  (Hebräer 4,12)

Wenn die Bibel vom Menschen in seinem dreifachen Wesen spricht, ist die Rei­henfolge immer Geist, Seele und Leib. Werden diese Ausdrücke aber von Menschen zusammen gebraucht, ist die Reihenfolge fast immer Leib, Seele und Geist. Die Sünde hat Gottes Ordnung verkehrt. Jetzt setzt der Mensch den Leib an die erste Stelle, dann kommt die Seele und ganz zum Schluss der Geist.

Die beiden nicht materiellen Teile des Wesens des Menschen sind sein Geist und seine Seele. Der Geist befähigt ihn zur Gemeinschaft mit Gott. Die Seele hat mit sei­nen Gefühlen und Leidenschaften zu tun. Obwohl wir nicht in der Lage sind, zwi­schen Geist und Seele detailliert zu unterscheiden, können und sollen wir doch die Unterscheidung zwischen Geistlichem und Seelischem lernen.

Was also ist geistlich? Eine Wortverkündigung, die Christus verherrlicht, ist es. Gebet zu Gott durch Jesus Christus in der Kraft des Geistes ist es. Dienst, der durch die Liebe zum Herrn motiviert ist und seine Tragkraft vom Heiligen Geist bezieht, ist es. Anbetung, die in Geist und Wahrheit geschieht, ist es.

Und was ist seelisch? Eine Wortverkündigung, die die Aufmerksamkeit auf den Menschen zieht, auf seine Redekunst, seine Persönlichkeit oder seine Schlagfer­tigkeit. Mechanische Gebete, ohne dass das Herz wirklich dabei ist, die allein auf andere Eindruck machen sollen. Dienst, zu dem man sich selbst berufen hat, der aus finanziellen Motiven und mit fleischlichen Methoden durchgeführt wird. Anbetung, die sich um sichtbare, materielle Hilfsmittel bewegt statt um unsichtbare geistliche Wirklichkeiten.

Was hat die Versammlung Gottes mit geweihten Gebäuden, bunten Glasfenstern, Talaren, Ehrentiteln, Kerzen, Weihrauch und anderen Äußerlichkeiten zu tun? Oder, um es deutlicher zu sagen, was hat die Versammlung mit Werbefeldzügen im Holly­woodstil zu tun, mit mietbaren Spendensammelorganisationen, mit evangelistischen Reklametricks, mit Persönlichkeitskulten, mit musikalischen Extravaganzen?

Die Reklame in einer durchschnittlichen christlichen Zeitschrift genügt schon als Beweis, wie seelisch wir geworden sind.

Paulus unterscheidet deutlich zwischen Dienst, der mit Gold, Silber und Edel­steinen verglichen wird, und Dienst, der nichts als Holz, Heu und Stroh ist (1. Korin­ther 3,12). Alles, was geistlich ist, wird das Feuer des prüfenden Gerichts Gottes über­stehen. Aber alles Seelische wird in Flammen aufgehen.

W.D.

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