2018-12-06

Das Wunderbarste im Krieg

„Euer Herz erschrecke nicht! Vertrauet auf Gott und vertrauet auf mich!“ (Joh. 14,1).

Ein Soldat war aus dem Krieg heimgekommen und berichtete von der Gnade Gottes, die mit ihm gewesen war. „Kurz vor meiner Verwundung wurde ich von den Offizieren meines Regiments zu einem Essen eingeladen, das zu Ehren eines Soldaten gegeben wur­de, der den ganzen Krieg mitgemacht und viele tapfere Taten voll­bracht hatte, ohne je dafür ausgezeichnet worden zu sein.

Nach dem Essen sprach ihn einer der Offiziere an: „Sie haben sehr viel erlebt, uns aber noch kein einziges Ihrer Erlebnisse erzählt. Erzählen Sie uns, was Ihrer Meinung nach das größte Erlebnis ge­wesen ist!“

Der Soldat überlegte einen Augenblick und erwiderte dann: „Ich ging eines Tages in der Nähe meiner Stellung spazieren, als ich einen jungen Soldaten am Boden liegen sah, der ganz in die Lek­türe eines Buches vertieft war. Ich ging zu ihm hin und fragte, was er da lese. Er sagte, es sei die Bibel. Ich hatte selbst viele Jahre lang die Bibel gelesen, ihr aber nie etwas Gutes abgewinnen können. Aber dieser Soldat sagte zu mir: „Hören Sie einmal, was ich eben gelesen habe: "Euer Herz erschrecke nicht ... In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen ... Ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten.“ Dann las er weiter bis zum Ende des Kapitels.

„Ich habe dieses Kapitel oft gelesen“ erwiderte ich, „aber es hat mir nie etwas zu sagen gehabt. Gib’s auch auf, Mann, gib’s auf !“ Er blickte mich erstaunt an und sagte: „Wenn Sie wüssten, was mir die Bibel bedeutet, würden Sie mir niemals sagen, ich solle sie aufgeben.“ Bei diesen Worten lag auf seinem Gesicht ein solches Leuch­ten, wie ich es noch bei keinem Menschen gesehen habe. Das ver­wirrte mich völlig. Ich konnte diesen strahlenden Blick nicht län­ger ertragen, wandte mich ab und ging weiter.

Kurz danach schlug an der Stelle, wo ich dieses Gespräch geführt hatte, eine Bombe ein. Als Rauch und Staub sich verzogen hatten, meinte ich, ich sollte einmal hingehen und nachschauen, ob dem jungen Soldaten etwas zugestoßen sei. Ich fand ihn schwerverwun­det, seine Bibel ragte aus seiner Brusttasche. „Hier ist sie“, flüsterte er und hielt mir das Buch hin.

Das Wunderbarste, das ich während des ganzen Krieges erlebt habe, war dieses Leuchten auf dem Gesicht des jungen Soldaten, ja, mehr noch, heute kann ich sagen, dass sein Heiland auch mein Herr und Erlöser geworden ist!“

Unbekannt

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