2018-09-22

Lektionen zum Umgang mit den Stürmen des Lebens (2)

Gott benutzt die Lebensstürme, um uns zu formen und zu prüfen, damit echter Glanz für Ihn hervorkommt.

In Markus 6,48 wird berichtet, dass der Herr Jesus die Jünger beim Rudern Not leiden sah. Das griechische Wort („basanizo“) für „Not leiden“ bedeutet lt. Kautz: etw. testen bzw. prüfen (Metalle) durch Reiben am Prüfstein.

In den Stürmen des Lebens nimmt uns Gott in Seine Schule, um uns wie einen Diamanten zu schleifen und die wahre Schönheit für Gott hervorzubringen. Er nimmt Kanten und Ecken weg, damit Er selbst in uns gesehen wird.

Spätestens, wenn unsere Not am Größten ist, kommt der Herr Jesus in unseren Lebenssturm – aber Er kommt immer rechtzeitig.

Als die Sonne untergegangen war (V.23 „Abend“) hatten die Jünger sich auf Weg gemacht, um an die andere Seite des Sees überzusetzen. Dann bricht der Sturm über sie herein – der Kampf mit den Wellen und um ihr Leben dauert bis zur 4. Nachtwache. Das ist kurz bevor der Morgen beginnt und die Sonne wieder aufgeht. Solange müssen sie aushalten, dann greift der Herr persönlich ein und kommt auf dem See zu ihnen.

Manchmal wartet der Herr auch in unserem Leben, bis die Not am Größten ist, wir keinen Ausweg mehr sehen und wirklich erkennen, dass wir uns selbst nicht helfen können. Wir sind am Verzweifeln, spätestens dann kommt der Herr Jesus – aber auch manchmal früher. Auch in unserem Leben hilft Er spätestens rechtzeitig! (Vgl. auch Hebräer 4,16.)

Manchmal sind unsere Ängste und Sorgen darin begründet, dass wir den Herrn Jesus nicht erkennen und nicht mit Ihm rechnen, wenn Er uns begegnen und nahe sein möchte.

Der Herr kommt nun endlich auf dem See gehend zu ihnen. Als sie ihn sehen, erkennen sie Ihn nicht und fürchten sich, weil sie ein Gespenst zu sehen meinen (V. 26). Sie hatten nicht mit dieser Art der Hilfe gerechnet.

Auch wir sind oft in der gleichen Lage, dass wir gar nicht mit dem Eingreifen Gottes rechnen und uns fürchten, wenn der Herr Jesus uns helfen möchte, weil wir Ihn nicht erkennen. Doch der Herr bemüht sich um Seine Jünger und tröstet sie: „Seid guten Mutes!“ – Auch wir dürfen mit neuer Zuversicht erkennen, dass Er in den Lebensstürmen da ist und uns gerne helfen will. ER IST DA, deshalb darfst auch Du neuen Mut fassen und Deine Angst unterm Kreuz abladen.

Das Wasser, was in den Lebensstürmen droht über deinem Kopf zusammenzuschlagen, ist unter Seinen Füßen!

Die Jünger hatten Angst in dem Wasser zu ertrinken, aber der Herr Jesus hat das Wasser unter Seiner Kontrolle. Er ist der Schöpfer, der das Wasser geschaffen hat, der alles geschaffen hat. Er ist der Allmächtige, der Ewige, Er ist Gott selbst, der Herr. Er hat alles unter Seiner Kontrolle und steht über allem (V.26). Er steht auch über unseren Lebensstürmen, sie bringen Ihn nicht auch in eine Not, sondern Er hat sie im Griff. Er ist der Triumphator über jede Not und jeden Sturm.

Gott will in den Lebensstürmen den Wunsch in uns wecken, näher zu Ihm zukommen.

Petrus antwortete dem Herrn Jesus auf Seinen Zuspruch hin: „Herr, wenn du es bist, so befiehl mir, zu dir zu kommen auf den Wassern.“ Wir erkennen darin den guten Wunsch von Petrus, durch den Sturm hindurch, näher zu dem Herrn Jesus zu kommen. Er wünscht nicht, dass der Herr die Wellen wegnimmt oder ihm die Fähigkeit gibt, auf den Wassern zu gehen. Er will nur zu Seinem Herrn! In Vers 29 sehen wir dann wie der Herr Jesus Petrus auffordert auf dem Wasser gehend zu ihm zu kommen – „Komm!“.

Er lädt Dich und mich ein, an Seinem Triumph teilzuhaben und die Stürme des Lebens unter unseren Füßen zu lassen und dadurch näher zu Ihm zu kommen. Und wenn Er uns einen Auftrag gibt, dann schenkt Er auch die Mittel und Fähigkeiten, um diesen Auftrag auszuführen.

In den Lebensstürmen ist es nicht Dein starker Glaube, der Dich rettet und hindurchbringt, sondern Dein Herr – deshalb konzentriere Deinen Blick ganz auf Ihn!

Der Glaube von Petrus, dem Wort des Herrn Jesus ganz zu Vertrauen, lässt ihn seine Angst und seine Zweifel überwinden. Er steigt aus dem Boot und setzt Schritt um Schritt auf das Wasser (V. 29-30).

Auch in den Lebensstürmen muss der Glaube immer wieder neu „gewagt“ werden, indem wir uns auf das Wort des Herrn Jesus ganz verlassen und die eigenen Überlegungen, Zweifel, Ängste und Gefühle überwinden und aus dem Schiff steigen. So kommt Petrus immer näher zu dem Herrn - doch plötzlich verliert er den Herrn Jesus nur einen kurzen Moment aus dem Blick. Er sieht auf die starken Wellen, das tosende Meer und den Sturm und beginnt zu sinken.

Es geht uns doch oft genauso, wir haben einen Glaubensweg mutig mit dem Herrn Jesus begonnen, doch plötzlich sind unser Vertrauen, die Gewissheit und Sicherheit auf diesem Weg verschwunden. Oft ist es gerade der Teufel („Wind“, vgl. auch Eph 2,2), der uns schaden möchte, um uns im Glaubensvertrauen auf Gott zu Fall zu bringen. Dann sollten wir auch nur noch wie Petrus schreien: „Herr, rette mich!“ Und der Herr Jesus hilft uns so gern, wenn wir zu Ihm schreien. Wir können dann nie tiefer sinken als in Gottes Hand, die uns festhält. Ist es nicht sogar gut, dass wir im Glauben zu sinken beginnen, wenn wir vom Herrn wegblicken?

In den Stürmen des Lebens möchte uns Gott erkennen lassen, wer Er wirklich ist und Ihn dann anbeten!

Nachdem Petrus die herzerforschende Frage des Herrn gehört hat: „Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?“, steigen sie zurück in das Schiff. Der starke Sturm legt sich und die Jünger im Schiff sind von Erstaunen über den Herrn Jesus erfüllt. Einmal mehr ist klar geworden: Er ist der Schöpfer, der Macht über Seine Schöpfung hat – auch über den Sturm. Aber mehr noch, Er ist wirklich der Sohn Gottes, der sich ihnen gerade offenbart hat (V. 31-33).

Gottes Ziel mit uns ist es auch, dass wir Ihn erkennen und schließlich anbeten können, wenn wir von Seiner Herrlichkeit erfüllt worden sind und über Sein Handeln in unserem Leben gestaunt haben.

C.A.

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