2018-02-08

Dem Herrn begegnen

Wie möchte Gott, dass wir als Christen Sonntags zusammenkommen? Was bedeutet es praktisch, dass der Herr Jesus der Mittelpunkt in einem Zusammenkommen von Gläubigen ist? Heute las ich dazu folgende Erfahrung, die Mut macht sich wieder so zu versammeln, wie die ersten Christen es taten:

Ich komme jetzt zu einem Ereignis, das zu einem Wendepunkt für mein ganzes Leben bis heute wurde.

Man hatte mir gesagt, dass X und ein paar andere Christen am ersten Tag der Woche zusammenkamen, um das Brot zu brechen, wie wir das in Apostelgeschichte 20 von den ersten Christen lesen. An einem Sonntagmorgen ging ich dann einmal hin, um mir das anzusehen.

Ich setzte mich hinten hin und suchte nach der Kanzel. Aber da war keine. Ich sah nur einen Tisch mit einer weißen Tischdecke, und darauf standen Brot und Wein zum Gedächtnis an den Tod des Herrn Jesus. Ich hielt Ausschau nach einem Prediger oder Vorsitzenden, aber nichts dergleichen war zu finden.

Die Gläubigen, die hier versammelt waren, saßen um den Tisch herum. Ein tiefes, feierliches Gefühl kam über mich: „Diese sind gekommen, um dem Herrn Selbst zu begegnen“. Es war ohne Zweifel der Geist Gottes, der so zu mir sprach.

Es ist mir unmöglich, die Gedanken zu beschreiben, die mich beschäftigten. Aber ich fühlte mich in der unmittelbaren Gegenwart des Herrn Jesus, nach Seinem Wort: „Wo zwei oder drei versammelt sind zu meinem Namen hin, da bin ich in ihrer Mitte“ (Mt 18,20). Dieses Gefühl war so stark, dass ich wenig merkte von dem, was um mich herum geschah, es sei denn, dass mir der Unterschied gegenüber allem, was ich bis dahin gesehen und erlebt hatte, überwältigend erschien.

Was mich vor allem in Erstaunen setzte, war die Tatsache, dass dieses Zusammenkommen von Christen zum Brotbrechen genau mit dem übereinzustimmen schien, was wir darüber in der Schrift finden. Anstatt eines Predigers fand ich an dem Tisch des Herrn die Freiheit, wie sie in 1. Korinther 14,29-37 beschrieben wird.

Einige Wochen später nahm ich durch die Gnade als ein Erlöster meinen Platz am Tisch des Herrn ein. Kurz danach erfuhr ich, während wir in stiller Anbetung dasaßen, etwas, was ich nie zuvor selbst erlebt hatte: die Leitung des Geistes Gottes. Es war mir, als hörte ich eine leise Stimme: „Lies 2. Korinther 1“, und sehr köstliche Gedanken über die Verse 3-5 kamen in mir auf. Es ergriff mich eine Rührung, die so stark wurde, dass mir der Schweiß an Gesicht und Körper ausbrach.

Schweigend saßen wir einige Zeit. Endlich stand X, der an der anderen Seite des Zimmers saß, auf, und sagte: „Lasst uns 2. Korinther 1 lesen!“ und dann sprach er genau die Gedanken aus, die der Geist mir ins Herz gegeben hatte. So lernte ich zum ersten Mal die Leitung des Geistes kennen, in der Mitte von Christen, die sich um Christus allein versammeln. In den folgenden Jahren hat sich diese Erfahrung oft wiederholt.

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