2018-06-10

Die Kraft des Wortes

„Ist mein Wort nicht so – wie Feuer, spricht der HERR, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmettert?“ (Jer 23,29).

Das Wort Gottes ist wie ein Hammer, der Felsen zerschmettert. Folgende wahre Begebenheit, die ich vor kurzem las, unterstreicht das eindrucksvoll:

Einige Jahre später erlebte ich im gleichen Dorf eine ganz eigenartige Offenbarung der Gnade des Herrn. An einem Abend verkündigten wir direkt nach Feierabend das Evangelium in einer der großen Hallen der Töpferei. Ein Anzahl Kohlenarbeiter war gekommen, so wie sie die Grube verließen. Es war eine merkwürdig aussehende Gesellschaft, einige weiß wie Müller, andere so schwarz wie Schornsteinfeger.

Es war eine sehr ruhige Predigt. Nur das Wort wurde im Glauben verkündigt. Ein tiefer Ernst lag auf allen. Zum Schluss wiederholte ich langsam die Schrift stelle: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist aus dem Tod in das Leben übergegangen“ (Joh 5,24).

Kostbare Worte des Herrn Jesus. Und: „So sei es euch kund, Brüder dass durch diesen euch Vergebung der Sünden verkündigt wird; und von allem, wovon ihr im Gesetz Moses nie gerechtfertigt werden konntet, wird in diesem jeder Glaubende gerechtfertigt“ (Apg 13,38.39).

Ich machte keine weitere Bemerkung, aber es wurde von allen tief gefühlt, dass Gott, der Heilige Geist, diese Worte zu den verlorenen, schuldigen Sündern sprach. Sicher hat jeder schon den Wind über ein Ährenfeld streichen sehen, wobei jeder Halm sich niederbeugt. So war es hier. Gottes Geist wehte über der Versammlung und beugte jedes Herz und jeden Kopf. Ein tiefer Seufzer wurde von einem Ende des Raumes zum anderen hin gehört. Dann trat ein tiefes Schweigen ein, das nur durch Seufzer unterbrochen wurde.

Darauf begannen die anwesenden Christen mit den Unbekehrten zu sprechen. D.M. sagte zu einem bislang sorglosen jungen Mann: „David, hast du das Verlangen, errettet zu werden?“ „Nein“, antwortete er, „ich bin errettet, ich habe ewiges Leben.“ David war vom Tod zum Leben hinübergegangen, und sein weiteres Leben bewies das.

Nur wenige Worte wurden zu jedem gesprochen, aber der Herr öffnete die Herzen, die Sein Wort aufnahmen. Das ist das Schönste, wenn der Geist Gottes wirkt, wie Er es hier tat. Ohne menschliches Zutun öffneten sich die Seelen der harten Männer den erquickenden Strahlen der göttlichen Liebe. Bemerkenswert war jedoch, dass nach Lydias Über­zeugung - und sie hatte ein sehr klares Urteil - in dieser denkwürdigen Versammlung jeder Unbekehrte, der anwe­send war, bekehrt wurde. Eine Anzahl von ihnen ist inzwi­schen schon zum Herrn gegangen. Andere gehen noch als ein lebendiges Zeugnis der Gnade Gottes ihren Weg.

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