2018-10-25

Mehr Schein als Sein?

„Siehe, du hast Gefallen an der Wahrheit im Innern“ (Ps 51,6).

Der Evangelist Lukas zeigt uns besonders die menschliche Seite des Herrn Jesus. In keinem anderen Evangelium wird so oft erwähnt, dass Er betete. 14 mal wird Er dort als der betende Mensch vorgestellt, wodurch der Heilige Geist seine vollkommene Abhängigkeit bezeugt (vgl. Lk 3,21; 5,16; 6,12; 9,16.18.28; 10,21 ; 11,1; 22,17.32.40-46; 23,34.46; 24,30). Diese Stellen wollen wir uns neben einigen anderen in den nächsten Andachten etwas genauer anschauen und auf unser Leben anwenden.

Bis Kapitel 11 lesen wir davon, wie Jesus selbst Gebet praktizierte. Danach begann Er seinen Jüngern die Prinzipien des Gebets zu erklären. Lukas macht wiederholt deutlich, dass im Leben Jesu das Tun vor dem Lehren kam: „was Jesus anfing, sowohl zu tun als auch zu lehren“ (Apg 1,1).

Bei unserem Herrn gab es keine Diskrepanz zwischen Lehre und Praxis. Er lebte, was Er lehrte und Er war durchaus das, was Er auch zu den Menschen redete (vgl. Joh 8,25). Sein Gedanke ging nicht weiter als sein Mund (vgl. Ps 17,3). Er liebte nicht nur mit Worten, sondern in Tat und Wahrheit. Sein Leben ist auch das beste Beispiel dafür, was es bedeutet, dass der Mensch allezeit beten und nicht ermatten soll (vgl. Lk 18,1).

Bevor Er in Nazareth in der Synagoge den Menschen das Wort Gottes vor die Herzen gestellt hat, wandte Er es zuerst auf sich selbst an, als Er in der Wüste von Satan versucht wurde. Es ist daher kein Wunder, dass wir von Ihm lesen, dass er mit Autorität und Vollmacht predigte – im Gegensatz zu den heuchlerischen Schriftgelehrten (vgl. Mt 7,28-29).

Gott möchte Realität in unserem Leben sehen! Er sucht nach Menschen, die das leben, was sie predigen oder nach außen hin bekennen. Wenn unser Leben nicht hinter dem steht, was wir nach außen hin vorgeben, haben unsere Worte oder unser Zeugnis weder Kraft noch moralische Autorität. Wenn wir beispielsweise als Christen bekennen, dass wir Fremdlinge und Pilger sind und gleichzeitig unser Herz an irdischen Besitz hängen, ist unser Zeugnis nicht sehr glaubwürdig.

Wie viel wird von dem, was Du bekennst oder predigst, in Deinem eigenen Leben sichtbar? Ist es Dir ein echtes Herzensanliegen, dass die Diskrepanz zwischen lehrmäßigem Wissen und gelebter Praxis in Deinem Leben ständig kleiner wird?  Inwiefern kann man bei Dir sehen, dass Du nicht von dieser Welt bist, sondern dass Dein wahres Zuhause der Himmel ist?

J.P.S.

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