2018-02-05

Glauben und Sehen

„Da glaubten sie seinen Worten, sie sangen sein Lob. Schnell vergaßen sie seine Taten, warteten nicht auf seinen Rat; und sie wurden lüstern in der Wüste und versuchten Gott in der Einöde. Da gab er ihnen ihr Begehr, aber er sandte Magerkeit in ihre Seelen“ (Ps. 106,12—15).

Wir lesen von Mose, „er hielt standhaft aus, als sähe er den Unsichtbaren“ (Heb 11,27). Von den Kindern Israel dagegen lesen wir in diesem Bericht genau das Gegenteil. Sie hielten sich nur an Gott, wenn die Um­stände günstig waren. Sie ließen sich weitgehend von den Dingen beeindrucken, die ihre Sinne wahrnahmen, anstatt in dem unsicht­baren und ewigen Gott zu ruhen.

In unserer Zeit gibt es viele „Ab-und-zu-Christen“. Sie beschäf­tigen sich zu sehr mit den Dingen dieser Welt und hängen von Um­ständen ab anstatt von Gott. Gott aber möchte, dass wir mehr und mehr in allem, was uns begegnet, ihn erkennen und nichts gering achten, wenn er uns dadurch etwas sagen will.

Die Kinder Israel glaubten erst, nachdem sie gesehen hatten, wie Gott wirkte. Sie zweifelten an Gottes Hilfe, als sie ans Rote Meer kamen; aber als Gott ihnen einen Weg durch das Meer bahnte und sie hindurchführte und sie sahen, wie Pharao und sein Heer ertran­ken — „da glaubten sie“.

Weil sie einen solchen Glauben hatten, ging ihr Leben auf und ab. Es war ein Glaube, der sich nach den Umständen richtete. Aber das ist nicht die Art Glaube, die Gott von uns erwartet.

Die Welt sagt: „Ich glaube nur, was ich sehe“, aber Gott möchte, dass wir glauben, um zu sehen. Der Psalmist sagte: „Dennoch glaube ich zuversichtlich, dass ich die Güte des Herrn sehen werde im Lande der Lebendigen“ (Ps 27,13).

Vertraust du Gott nur, wenn die Umstände günstig sind, oder glaubst du ohne Rücksicht auf die Umstände?

Unbekannt


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