2018-07-04

Göttliche Kraft für treue Jünger

„Alles vermag ich in dem, der mich kräftigt“ (Phil 4,13).

Ein solcher Vers wird leicht missverstanden. Wir lesen ihn und denken sofort an Hunderte von Dingen, die wir nicht tun können. Im physischen Bereich denken wir beispielsweise an irgendeinen lächerlichen Kraftakt, der übermenschliche Stärke erfordert. Oder wir denken an eine große geistige Errungenschaft, die weit außerhalb unserer Reichweite liegt. So werden diese Worte für uns zu einer Folter statt zum Trost.

Der Vers bedeutet in Wirklichkeit natürlich etwas anderes, nämlich dass der Herr uns Kraft geben wird, alles zu tun, was Er von uns möchte. Innerhalb des Bereichs Seines Willens gibt es nichts Unmögliches.

Petrus kannte dieses Geheimnis. Er wusste, dass er - auf sich allein gestellt - nicht auf dem Wasser gehen konnte. Aber er wusste auch, dass er es dann tun konnte, wenn es der Herr befahl. Sobald der Herr Jesus gesagt hatte: „Komm“, stieg Petrus aus dem Boot und schritt über das Wasser zu Ihm.

Normalerweise wird auf meinen Befehl hin kein Berg ins Meer rutschen. Aber wenn der Berg zwischen mir und der Erfüllung des Willens Gottes steht, dann kann ich sagen: „Hebe dich hinweg“, und es wird geschehen.

Worauf es letztendlich hinausläuft ist, dass „Seine Gebote auch Seine Befähigungen sind“. Deshalb wird Er uns Kraft verleihen, jede Prüfung zu ertragen. Er wird mich befähigen, jeder Versuchung zu widerstehen und jedes Laster zu überwinden. Er wird mich kräftigen, Sauberkeit in meine Gedanken hineinzubringen, reine Motive zu haben und immer das zu tun, was Seinem Herzen wohlgefällig ist.

Wenn ich nicht die Kraft bekomme, etwas zu vollbringen, wenn ich von physischem, geistigem oder emotionalem Zusammenbruch bedroht bin, dann muss ich mir wohl die Frage stellen, ob ich Seinen Willen verfehlt habe und die Befriedigung meiner eigenen Lüste suche. Es ist möglich, für Gott zu wirken, ohne dass dies notwendigerweise das Werk Gottes ist. Solches Wirken ist nicht von der Verheißung Seiner Kräftigung begleitet.

Es ist also wichtig zu wissen, dass wir uns im Strom Seiner Pläne vorwärts bewegen. Dann haben wir die freudige Zuversicht, dass uns Seine Gnade aufrechterhalten und kräftigen wird.

W.D.

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