2019-04-14

Göttliche Liebe als Frucht des Geistes

„Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe...“ (Galater 5,22)

Der Ausdruck „die Frucht des Geistes“ lehrt uns von Anfang an, dass die nachfolgend angeführten Eigenschaften nur vom Heiligen Geist hervorgebracht werden können. Ein Unbekehrter ist nicht in der Lage, auch nur eine dieser Tugenden zu offenbaren. Auch ein wahrhaft Gläubiger ist unfähig, sie aus eigener Kraft zu entwickeln. Wenn wir also an diese Eigenschaften denken, dann müssen wir uns vor Augen halten, dass sie übernatürlich sind und aus einer anderen Welt stammen.

Die Liebe, von der hier beispielsweise gesprochen wird, ist nicht der „eros“ (griechisch) der Leidenschaft oder die „philia“ der Freundschaft oder die „storge“ der Zuneigung. Es ist die „agape“-Liebe - die Art von Liebe, die Gott uns erwiesen hat und die wir nach Seinem Willen auch anderen erweisen sollen.

Vielleicht kann ich das an einem Beispiel illustrieren. Dr. T. E. McCully war der Vater von Ed McCully, einem der fünf jungen Missionare, die in Ecuador von der Hand der Auca-Indianer den Märtyrertod erlitten haben. Als eines Abends Dr. McCully und ich in Oak Park, Illinois, im Gebet zusammen auf unseren Knien waren, gingen seine Gedanken nach Ecuador und zum Curaray-Fluss zurück, der immer noch das Geheimnis des Verbleibs von Eds Leichnam verborgen hält. Er betete: „Herr, lass mich lang genug leben, dass ich die Rettung dieser Burschen erleben kann, die unsere Jungens umgebracht haben, damit ich sie umarmen und ihnen sagen kann, dass ich sie liebe, weil sie meinen Christus lieben.“ Als wir aufstanden, bemerkte ich die Tränen, die an seinen Wangen herabliefen.

Gott hat dieses Gebet der Liebe erhört. Einige dieser Auca-Indianer kamen später zum Glauben an Christus. Dr. McCully ging nach Ecuador, begegnete diesen Männern, die seinen Sohn ermordet hatten, schloss sie in seine Arme und sagte ihnen, dass er sie liebte, weil sie seinen Christus liebten.

Das ist „agape“-Liebe. Sie ist unparteiisch und sucht für alle das Beste - für die Unscheinbaren ebenso wie für die Beliebten, für die Feinde ebenso wie für die Freunde. Sie ist bedingungslos und verlangt keinen Dank für ihr beständiges Geben. Sie ist aufopfernd und fragt nie nach den Kosten. Sie ist selbstlos und kümmert sich mehr um die Nöte und Bedürfnisse der anderen als um die eigenen. Sie ist rein, frei von jeder Spur von Ungeduld, Neid, Stolz, Rachsucht und Groll.

Liebe ist die größte Tugend im christlichen Leben. Ohne sie sind unsere edelsten Unternehmungen wertlos.

W.D.


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