2018-11-20

Der Unwandelbare

„Seht nun, dass ich bin, der da ist, und kein Gott neben mir!” (Deut 32,39).

Es gab wohl noch nie eine Zeit, in der sich moralische Werte und die Lebensweise der Menschen so rasant verändert haben, wie es heute der Fall ist.  Was gestern „in“ war, ist heute schon wieder „out“. Was vor kurzem noch als falsch angesehen wurde, wird heute als normal deklariert. Doch inmitten dieses ganzen Durcheinanders gibt es einen, der sich niemals verändert: Der ewige Sohn Gottes. „Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und in Ewigkeit“ (Heb 13,8)! 

In 5.Mose 32,39 nennt Er sich: „Ich bin, der da ist“ – d.h. der unveränderlich in sich selbst Bestehende (vgl. Fußnote in der Elberfelder Übersetzung). Dieser Ausdruck wird ab diesem Zeitpunkt zu einem neuen Namen Gottes, der sich durch das ganze Alte Testament zieht. Der Schreiber des Hebräerbriefs greift diesen Namen auf, als er aus Psalm 102 zitiert und über den Sohn Gottes schreibt: „Du aber bist derselbe (d.h. der ewig Unveränderliche), und deine Jahre werden nicht vergehen“ (Heb 1,12; vgl. Ps 102,27). Es ist sehr interessant, sich anzusehen, in welchen Situationen Gläubige Gott mit diesem Namen angeredet haben.

Ein Beispiel dafür ist Josaphat: Er betete, als sich eine gewaltige Menge an Feinden gegen das Volk Gottes zum Krieg versammelte, und sprach: „HERR, Gott unserer Väter, bist du es nicht, der da Gott im Himmel ist (Anm.: d.h. derselbe; der unveränderlich in sich selbst Bestehende), und bist du nicht der Herrscher über alle Königreiche der Nationen? Und in deiner Hand ist Kraft und Macht; und niemand vermag gegen dich zu bestehen. Hast nicht du, unser Gott, die Bewohner dieses Landes vor deinem Volk Israel vertrieben und es den Nachkommen Abrahams, deines Freundes, gegeben auf ewig?“ (2.Chr 20,6-7). Er wendet sich vertrauensvoll an den Unwandelbaren, hat dabei Seine Allmacht vor Augen und erinnert Ihn an die Versprechen, die Er Seinem Freund Abraham gegeben hat. Weil Josaphat darauf vertraut, dass Gott sich nicht verändert und felsenfest zu Seinen Zusagen steht, sagt er: „Unser Gott, willst du sie nicht richten? Denn in uns ist keine Kraft vor dieser großen Menge, die gegen uns kommt; und wir wissen nicht, was wir tun sollen, sondern auf dich sind unsere Augen gerichtet“ (2.Chr 20,12).

Das ist Glaube, der Gott beim Wort nimmt und sich an Seine Treue klammert. Daraufhin kündigt der  große „Ich bin“ durch prophetischen Dienst an, dass Er für Juda kämpfen wird. Das Volk nimmt Gott beim Wort. „Und zur Zeit, als sie mit Jubel und Lobgesang begannen, stellte der HERR einen Hinterhalt gegen die Kinder Ammon, Moab und die vom Gebirge Seir“ (2.Chr 20,22). Gott ehrt den Glauben, der sich auf Seine Treue stützt und alles von Ihm erwartet.

Im letzten Buch des Alten Testaments versichert der Ewige Seinem Volk noch einmal: „Denn ich, der HERR, ich verändere mich nicht“ (Mal 3,6). Direkt im Anschluss daran fordert Er sie dazu auf, Ihn in positiver Weise im Blick auf Seine Zusagen zu prüfen. Wie sollten sie das tun? Indem sie den Zehnten in sein Haus brächten, um zu erleben, wie Er die Fenster des Himmels öffnen und sie überreich segnen würde (vgl. Mal 3,10). Der weiseste Mann seiner Zeit hatte bereits unter der Leitung des Geistes Gottes gesagt: „Ehre den HERRN von deinem Vermögen und von den Erstlingen all deines Ertrags; so werden deine Speicher sich füllen mit Überfluss, und deine Fässer werden von Most überfließen“ (Spr 3,8.9). Gott verlangte danach, die Verlässlichkeit Seiner Zusagen und Seine Treue neu unter Beweis zu stellen. Damals suchte Er nach solchen, die Ihm in ihrem Leben die Gelegenheit dazu gaben – und das tut Er heute noch: „Denn die Augen des HERRN durchlaufen die ganze Erde, um sich mächtig zu erweisen an denen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist“ (2.Chr 16,9).

Jakobus schreibt im Blick auf die Güte und Unwandelbarkeit Gottes: „Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist noch der Schatten eines Wechsels“ (Jak 1,17). Er gibt denen Gutes, die ihn bitten (vgl. Mt 7,11). Mit dieser Gewissheit konnte Paulus den Philippern versichern: „Mein Gott aber wird euch alles Nötige geben nach seinem Reichtum in Herrlichkeit in Christus Jesus“ (Phil 4,19). Auf diese Worte dürfen auch wir uns im Glauben stützen, denn: „Nicht ein Mensch ist Gott, dass er lüge, noch ein Menschensohn, dass er bereue. Sollte er sprechen und es nicht tun, und reden und es nicht aufrechterhalten?“ (4.Mo 23,19). Das Wort des Unwandelbaren steht in Ewigkeit fest in den Himmeln (vgl. Ps 119,89).

Wenn auch die Sonne erlischt an dem Himmelsgewölbe,

Stürzen die Berge ins Meer auch, Du bleibest derselbe.

Du wankest nicht,

Hältst, was Dein Wort uns verspricht!

Treu bist Du, ewig derselbe.

Hast Du schon mal in Ruhe darüber nachgedacht, was es bedeutet, dass Gott sich niemals verändert? Welche Auswirkung hat diese wunderbare Wahrheit auf Dein Glaubensleben? Wie kannst Du Ihn heute in positiver Weise prüfen, so dass Er sich als der Unwandelbare in Deinem Leben verherrlichen kann?

J.P.S.


Artikelreihe: Herrlichkeiten des Heiligen

Der lebendige Gott Kein Fels wie unser Gott!


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