2018-09-25

So groß und doch so nah

„Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der in Ewigkeit wohnt und dessen Name der Heilige ist: Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum und bei dem, der zerschlagenen und gebeugten Geistes ist, um zu beleben den Geist der Gebeugten und zu beleben das Herz der Zerschlagenen“ (Jes 57,15).

Jedes Geschöpf hat einen Anfang. Nur Gott, der unerschaffene Schöpfer und Vater der Ewigkeit, hat weder Anfang noch Ende. Er besteht in sich selbst und existiert außerhalb der Zeit. Der Heilige steht daher hoch und erhaben über jedem geschaffenen Wesen!

„Gott ist erhabener als ein Mensch“ und braucht sich für sein Handeln niemandem gegenüber zu rechtfertigen (vgl. Hiob 33,12-13). Seine Gedanken sind höher als unsere Gedanken und seine Wege sind höher als unsere Wege (vgl. Jes 55,9). Sowohl sein Tun, als auch sein Weg ist vollkommen (vgl. 5.Mo 32,4; Ps 18,30) – völlig unabhängig davon, ob wir es verstehen oder nicht. „Unergründlich ist sein Verstand“ (Jes 40,28).  

Doch obwohl Gott so unfassbar groß, erhaben und zeitlos ist, ist Er gleichzeitig auch der „Gott der Nähe“ (vgl. Jer 23,23). Er wohnt nicht nur in Ewigkeit, in der Höhe und im Heiligtum, sondern auch „bei dem, der zerschlagenen und gebeugten Geistes ist“ (Jes 57,15). Er, der mit seiner gewaltigen Hand alle Dinge geschaffen hat, versichert uns: „Aber auf diesen will ich blicken: auf den Elenden und den, der zerschlagenen Geistes ist und der da zittert vor meinem Wort“ (Jes 66,2). Das ist heute nicht anders (vgl. Joh 14,23)!

Der Psalmist sagt: „Hoch über alle Nationen ist der HERR, über die Himmel seine Herrlichkeit. Wer ist wie der HERR, unser Gott, der hoch oben thront, der sich herabneigt, um auf die Himmel und auf die Erde zu schauen? Der aus dem Staub emporhebt den Geringen, aus dem Kot erhöht den Armen“ (Ps 113,4-7). Der große und gewaltige Gott neigt sich herab, um auf die Erde zu schauen und sieht die Herzen seiner Kinder. Ihm liegt an uns (vgl. 1.Pet 5,7)! Er interessiert sich für Dich! Er hat Freude daran, den Geist der Gebeugten und das Herz der Zerschlagenen wieder zu beleben. Er ruft uns zu: „Seht nun, dass ich bin, der da ist (Anmerkung: d.h. der unveränderlich, in sich selbst Bestehende), und kein Gott neben mir! … ich zerschlage, und ich heile“ (5.Mo 32,39). Jeremia, der in seinem Leben viel gelitten hat, schreibt aus eigener Erfahrung: „Wenn er betrübt hat, erbarmt er sich nach der Menge seiner Gütigkeiten“ (Klgl 3,32).

Warum teilt Gott uns sowohl seine Größe und Erhabenheit, als auch seine Nähe und Barmherzigkeit in seinem Wort mit? Inwiefern ruhst Du in dem Bewusstsein, dass das Tun Gottes und sein Weg mit Dir vollkommen sind? Bist Du bereit Dich Ihm heute wieder neu zu öffnen, Dich von Ihm trösten und Dein verwundetes Herz von Ihm heilen zu lassen?

J.P.S.


Artikelreihe: Herrlichkeiten des Heiligen

Einzigartig und unvergleichlich

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