2018-11-15

Der lebendige Gott

„Seht nun, dass ich bin, der da ist, und kein Gott neben mir! … Denn ich erhebe zum Himmel meine Hand und spreche: Ich lebe ewig!” (Deut 32,39-40).

Gott ist der Ewige, der außerhalb der Zeit existiert! Er hat weder Anfang noch Ende. Er ist der da war, der da ist und der da kommt (vgl. Offb 4,8). Du kannst soweit zurück denken, wie Du willst: Gott war bereits da. Er war im Anfang und Er bleibt in Ewigkeit (vgl. Joh 1,1; Jes 57,15)!

Der Schöpfer aller Dinge ist der Einzige, der in sich selbst sowohl Leben als auch Unsterblichkeit besitzt (vgl. 1.Tim 6,16). Er ist der Lebendige – die Quelle des Lebens (vgl. Ps 36,10). Jedes Wesen, das existiert, verdankt Ihm seine Existenz. Das Wort bezeichnet Ihn an vielen Stellen als den lebendigen Gott – im Kontrast zu den toten, stummen und nichtigen Götzen, welche die Menschen unter dem Einfluss Satans erfunden haben. Die Botschaft von Paulus war: „dass ihr euch von diesen nichtigen Götzen bekehren sollt zu dem lebendigen Gott, der den Himmel und die Erde und das Meer gemacht hat und alles, was in ihnen ist“ (Apg 14,15). Wenn der Erhalter aller Dinge, durch den alle Dinge bestehen (vgl. Kol 1,17), nur für einen Augenblick „seinen Geist und seinen Odem an sich zurückzöge, so würde alles Fleisch insgesamt verscheiden und der Mensch zum Staub zurückkehren“ (Hiob 34,14.15).

Als der Sohn des lebendigen Gottes nach 4000 Jahren Menschheitsgeschichte in Seine Schöpfung eintrat, kam Er, um uns eine ganz neue Qualität von Leben zu geben: Leben in Überfluss oder mit anderen Worten: Ewiges Leben. Dieses göttliche Leben befähigt uns dazu, Gott, den Vater, und Gott, den Sohn, zu erkennen und Gemeinschaft mit Ihnen zu haben (vgl. Joh 17,3). Das ist unfassbar groß und war für die Gläubigen des Alten Testaments unvorstellbar! Wie gewaltig, dass wir direkt mit der Quelle des Lebens verbunden sind, dass wir Leben in dem Lebendigen besitzen und dass dieses Leben unantastbar mit Christus in Gott verborgen ist (vgl. Kol 3,3)! Wie schnell vergisst man diese wunderbare geistliche Realität im Alltagsgeschehen.

Die Heilige Schrift sagt, dass wir als Söhne des lebendigen Gottes zur Versammlung des lebendigen Gottes gehören, ja, sogar der Tempel des lebendigen Gottes sind (vgl. Röm 9,26; 2.Kor 6,16; 1.Tim 3,15). Gibt es ein größeres Vorrecht? Was für eine unfassbare Gnade!

Israel hörte die Stimme des lebendigen Gottes, die mitten aus dem Feuer kam (vgl. 5.Mose 5,27). Wie ist das heute? Dürfen wir damit rechnen, dass der lebendige Gott immer noch redet? Ja! Er tut es durch Sein lebendiges Wort (vgl. Heb 4,12) und durch prophetischen Dienst, der aus Seiner Gegenwart hervorgeht (vgl. 1.Kor 14). Deshalb sollen wir jeden Tag in einer glaubensvollen Erwartungshaltung die Antennen ausfahren und die Ohren aufsperren. Tust Du das? Ist Gott wirklich für Dich der Lebendige, von dem Du täglich erwartest, dass Er mit Dir kommuniziert?

Je mehr wir täglich in frischer Gemeinschaft mit Ihm leben, desto mehr werden wir lernen, auf Ihn zu vertrauen und dann auch Glaubenserfahrungen mit Ihm machen. Daniel, der Knecht des lebendigen Gottes, wurde aus der Löwengrube gerettet „weil er auf seinen Gott vertraut hatte“ (Dan 6,23).  Paulus schreibt im Blick auf uns: „Denn dafür arbeiten wir und werden geschmäht, weil wir auf einen lebendigen Gott hoffen, der ein Erhalter aller Menschen ist, besonders der Gläubigen“ (1.Tim 4,10).

Es ist wunderbar zu wissen, dass der lebendige Gott nicht nur für uns ist, sondern dass Er auch für uns kämpft! David wusste, dass der ewige Herrscher ganz eng mit Seinem irdischen Volk Israel verbunden war und dass, wenn jemand sich gegen sie stellte, er damit den Augapfel Gottes antastete (vgl. Sach 2,8). Deshalb hatte dieser Mann auch den Mut, gegen Goliath zu kämpfen, weil dieser Riese die Schlachtreihen des lebendigen Gottes verhöhnte (vgl. 1.Sam 17,36).

Bei Hiskia sehen wir etwas Ähnliches. Er erinnerte den HERRN im Gebet daran, dass Sanherib Ihn, den lebendigen Gott, verspottete (vgl. 2.Kön 19,16). Was war Gottes Reaktion auf das Vertrauen bzw. Gebet dieser Männer? Er befähigte David dazu, Goliath kurz darauf mit dessen eigenen Schwert den Kopf abzuschlagen, und im Fall Hiskias sandte Er einen Engel, der in einer Nacht im Lager der Assyrer 185.000 Mann tötete. „Gott lässt sich nicht spotten“ (Gal 6,7) - und der Schreiber des Hebräerbriefs sagt: „Es ist furchtbar, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen!“ (Heb 10,31).

Die Söhne Korahs haben ihr tiefes Verlangen nach Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott wie folgt ausgedrückt: „Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott … mein Herz und mein Fleisch rufen laut nach dem lebendigen Gott“ (Ps 42,2; 84,2). Wie sehr sehnst Du Dich nach Ihm? Wie wird in Deinem Leben sichtbar, dass Du Leben in Überfluss besitzt und Du auf den lebendigen Gott vertraust? 

J.P.S.


Artikelreihe: Herrlichkeiten des Heiligen

Gottes Souveränität Der Unwandelbare


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