2018-12-14

Der Weg Gottes

„Gott, dein Weg ist im Heiligtum! Wer ist ein großer Gott wie Gott?“ (Ps 77,14).

Gottes Wege sind höher als unsere Wege und seine Gedanken sind höher als unsere Gedanken (vgl. Jes 55,9). Deshalb haben wir oft Mühe damit Gottes Führung richtig  zu verstehen. Warum führt Er Dich in diese Richtung und nicht in eine andere? Warum musste dieses oder jenes ausgerechnet genau jetzt geschehen? Das sind Fragen, die wir uns immer wieder stellen.

Der Herr Jesus hat einmal zu Petrus gesagt: „Was ich tue, weißt du jetzt nicht, du wirst es aber nachher verstehen“ (Joh 13,7). Das trifft auch oft auf unser Leben zu. Wenn wir einmal vor dem Richterstuhl des Christus stehen, dann werden wir darüber staunen wie wunderbar und weise Gottes Wege mit uns waren!

Gewisse Dinge können wir nur verstehen, wenn wir sie vom Blickwinkel der Ewigkeit aus betrachten. Asaph wurde beinahe depressiv, als er über die Ungerechtigkeit nachdachte, die hier auf der Erde herrscht. Doch dann sagt er: „Bis ich hineinging in die Heiligtümer Gottes und jener Ende gewahrte“ (Ps 73,17). Als er seine Augen auf den Himmel richtete und die Größe und Erhabenheit Gottes vor sich hatte, lichtete sich der Nebel für ihn. Anstatt die Ungläubigen wegen ihres Wohlstandes weiter zu beneiden, sagte er jetzt: „Wen habe ich im Himmel? Und neben dir habe ich an nichts Lust auf der Erde“ (Ps 73,25). Ein beeindruckender Sinneswandel!

Solche Erfahrungen sind für uns jedoch keine Garantie dafür, dass wir anschliessend für den Rest unseres Lebens in dem Handeln Gottes ruhen. Der gleiche Schreiber sagt in einem anderen Psalm: „Am Tag meiner Drangsal suchte ich den Herrn; meine Hand war bei Nacht ausgestreckt und ließ nicht ab; meine Seele weigerte sich, getröstet zu werden… Wird der Herr auf ewig verwerfen und fortan keine Gunst mehr erweisen? Ist zu Ende seine Güte für immer? Hat das Wort aufgehört von Geschlecht zu Geschlecht? Hat Gott vergessen, gnädig zu sein? Hat er im Zorn verschlossen seine Erbarmungen?“ (Ps 77,2.7-9). Im Laufe der Zeit hatte sich bei ihm ein falsches Gottesbild aufgebaut. Deshalb begann er an der Güte und den Erbarmungen Gottes zu zweifeln – und weigerte sich getröstet zu werden. 

Doch plötzlich wendet sich das Blatt: Asaph realisiert, dass es krank ist so über Gott zu denken. Dann beginnt Er seine Gedanken auf das zu richten, was er wirklich über seinen Schöpfer weiß: „Da sprach ich: Das ist mein Kranksein. Der Jahre der Rechten des Höchsten will ich gedenken, der Taten des Jah; denn deiner Wunder von alters her will ich gedenken; und ich will nachdenken über all dein Tun, und über deine Taten will ich sinnen“ (Ps 77,10-12).

Was ist das Ergebnis? Er fängt an über die Größe Gottes zu staunen und bewundert Ihn für sein Tun: „Gott, dein Weg ist im Heiligtum! Wer ist ein großer Gott wie Gott? Du bist der Gott, der Wunder tut, du hast deine Stärke kundwerden lassen unter den Völkern“ (Ps 77,13-14). Wie wichtig und entscheidend ist es, dass wir ein richtiges Gottesbild haben – besonders wenn wir durch Schwierigkeiten gehen, in denen unser Glaube geprüft wird!

Asaph beendet den Psalm mit zwei Aussagen. Zuerst sagt er: „Im Meer ist dein Weg, und deine Pfade sind in großen Wassern, und deine Fußstapfen sind nicht bekannt“ (Ps 77,19). Die Wege Gottes sind für uns oft unergründlich (vgl. Röm 11,33). Doch dabei bleibt er nicht stehen. Obwohl die Wege Gottes für ihn nicht immer verständlich sind, kommt er zu der Überzeugung: „Du hast dein Volk wie eine Herde durch die Hand Moses und Aarons geleitet“ (Ps 77,20). Fest steht: Gott führt uns, ob wir es wahrnehmen oder nicht – und das tut Er nach der Geschicklichkeit seiner Hände (vgl. Ps 78,72)!

Gott gibt auch in Deinem Leben „einen Weg … im Meer und einen Pfad in mächtigen Wassern“ (Jes 43,16). Vielleicht ruft Er Dir gerade zu: „Siehe, ich wirke Neues; jetzt sprosst es auf; erkennt ihr es nicht? Ja, ich mache durch die Wüste einen Weg, Ströme durch die Einöde“ (Jes 43,19). Sei nicht bitter, falls Du momentan durch schwierige Zeiten gehst oder Dein Leben komplett auf den Kopf gestellt wird. Halte daran fest: „Der Fels, vollkommen ist sein Tun; denn alles seine Wege sind recht“ (5.Mo 32,4)!

Davon konnte David am Ende seines Lebens auch ein Lied singen. Obwohl Er wie ein Rebhuhn auf den Bergen gejagt wurde (vgl. 1.Sam 26,20) und durch viele Tiefen und Höhen gehen musste, kam er dennoch letztlich zu dem klaren Ergebnis: „Gott – sein Weg ist vollkommen … Denn wer ist Gott, außer dem HERRN, und wer ein Fels, außer unserem Gott? … er lenkt vollkommen meinen Weg“ (2.Sam 22,31). Vertraust Du darauf, dass es auch in Deinem Leben so ist?

 

Wie Er mich durchbringt, weiß ich nicht

doch dieses weiß ich wohl,

dass Jesus, wie Sein Wort verspricht,

mich durchbringt wundervoll.

 

In Seine Hand hineingelegt

bleib ich in stiller Ruh;

wie Er mich führt, wie Er mich trägt,

das stehet Ihm nur zu.

 

J.P.S.


Artikelreihe: Herrlichkeiten des Heiligen

Gott, der Wirkende Der Gott der Hoffnung


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